in den letzten tagen habe ich – mit blick auf die schülerproteste in frankreich – wieder gemerkt, wie intensiv filterblasen funktionieren. ich sehe seit wochen absolute hope core aus frankreich. allen voran der bürgermeister von saint denis Bally Bagayoko, der sich schützend vor die schüler:innen stellt, bis er selbst tränengas abbekommt. seit wochenende haben die videos plötzlich die bürgerliche mitte erreicht und es geht da natürlich nicht um polizeigewalt und berechtigte interessen der schüler:innen, sondern um irgendwelche rassistischen fantasien und die störung herrschaftliche ordnung.
gleichzeitig frage ich mich, ob es dem LFI gelingt, sich so an die spitze der proteste zu stellen, dass die energie auch wirklich eingefangen und politisch kanalisiert wird. also die wut der protestierenden ist absolut nachvollziehbar, aber dass sie dafür auch teile ihrer eigenen viertel zerstören, wo migrantische kleinunternehmer ihre läden haben, lässt mich immer fragen, wie es gelingen kann, diese energie produktiv einzufangen. habt ihr dazu meinungen?
@magdalenaman Aus der Berliner Erfahrung kann ich berichten: man sollte damit anfangen, dass man sich nicht zuerst dem bürgerlichen Diskurs unterwirft und sich distanziert, sondern konsequent Auslöser und berechtigte Interessen nach vorn stellen und Zugeständnisse an diese rechten Narrative verweigert.