@jonasthiel_32 »Jacobin liefert klimaanlagistisch-arbeiteristische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Kultur.«
Hier teilen wir, was uns beschäftigt: Breaking News, Hot Takes und was sonst so durch eure Feeds geistert.
@thomaszimmermann Ich bin Klimanlagen Ultra. Bei uns bei der Arbeit sind heute schon 4 Rentner zusammengeklappt
Mit Blick aufs Thermometer – auf welche Zukunft bereitet ihr eure Kinder vor?
In meiner jugendlichen Heimat (vor allem bekannt für seinen hohen Grad an Menschen mit deutschen Wurzeln) führt eine Sozialistin gerade die Umfragen. Eine unglaubliche Entwicklung in einem Bundesstaat, der vor 20 Jahren die gleichgeschlechtliche Ehe per Volksabstimmung verfassungsrechtlich verbot und fünf Jahre später Gewerkschaften im öffentlichen Dienst de facto verunmöglichte.
Seit Monaten erlebt die DSA wieder einen Höhenflug, ausgelöst durch den Erfolg von Mamdani einerseits und die Ablehnung von Trump andererseits. Ich denke, das zeigt zwei Sachen: die Linke darf nie verzweifeln, auch nicht in den dunkelsten Momenten, denn die Unterstützung für die radikale Rechte greift längst nicht so tief, wie momentane Aufnahmen oder ein Wahlergebnis vielleicht suggerieren. Zweitens: die Radikalisierung (oder besser gesagt Politisierung) findet nach wie vor in bestehenden, linksreformistischen Strukturen statt, sei es DSA in den USA oder die Linkspartei in Deutschland. That's where the action is, bei aller Kritik und Mängel, und entsprechend wo wir aktiv sein sollen.
@gregor_laukert Die strategische Ratlosigkeit der Linken im Osten ist wirklich bemerkenswert, und müsste eigentlich mal historisch-soziologisch aufgearbeitet werden...
@magdalena Irrsinnig wie sie versuchen die Alternative möglichst unattraktiv zu machen. Ohne jz zivildienst zu romantisieren, aber dieser automatismus wonach er sich verlängern soll, wenn sich zu wenige soldaten melden, lässt doch die heuchlerei dieser planwirtschaft für menschenmaterial erahnen
Der deutsch-kanadische Milliardär Tobias Lütke, CEO von Shopify, hätte gern das Zensuswahlrecht zurück: Wer keine Einkommenssteuer zahlt, solle auch nicht an Wahlen teilnehmen können, wer unter 100.000 Dollar zahlt, der hätte eine Stimme zu vergeben, und wer über 500.000 Dollar zahlt, der könnte fünffach abstimmen. Was halten wir davon? 😀
@lorenbalhorn Stimme ich zwar grundsätzlich zu, aber dafür bräuchte es erstmal wirklich eine linke Politikalternative
in einem kleinen land, das sich ohnehin niemals militärisch »verteidigen« können wird, ist das wirklich total lächerlich, wie hier versucht wird anderen europäischen ländern mitzuziehen. dafür ist natürlich immer geld da, lol.
man merkt einfach, dass die aufrüstungsdebatte in der öffentlichkeit rein ideologisch geführt wird und nicht mal ihr ziel erreicht, wenn man daran glaubt, dass es um »Verteidigungsfähigkeit« geht. in österreich wurde der wehrdienst gerade um drei monate verlängert, als hätte das irgendeinen effekt. orf.at/stories/3437461/
Eine AfD-Regierung ist nicht das Ende vom Lied
Friedrich Merz wollte die AfD halbieren und hat sie stattdessen in Umfragen zur stärksten Kraft gemacht. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze scheint den Kampf gegen seinen Herausforderer Ulrich Siegmund innerlich bereits aufgegeben zu haben. So wie es aussieht, könnte die AfD bald eine erste Landesregierung und in nicht allzu ferner Zukunft auch einmal die Bundesregierung stellen.
Viele Linke betrachten das als ein Endzeit-Szenario. Doch aus den Erfahrungen unserer europäischen Nachbarn wissen wir, was eine rechtspopulistische Partei an der Macht realistisch bedeutet: mehr Abschiebungen und offener Rassismus, drastischere Kürzungen und zunehmende Korruption, ja, aber nicht gleich die Abschaffung der bürgerlichen Demokratie.
Angesichts des drohenden AfD-Wahlsiegs machen sich manche Linke stark für eine gemeinsame Regierung mit denjenigen Parteien, die die jetzige politische Anomie verantworten, während andere (Ex-)Linke meinen, in Form einer sogenannten »Expertenregierung« gemeinsame Sache mit der AfD machen zu können, um sie am Ende irgendwie doch klein zu halten. Doch keiner dieser Wege führt auf kurz oder lang zur Stärkung einer sozialistischen Alternative. Was wir brauchen, ist weder Panik noch Resignation, sondern Mut und die feste Überzeugung, dass linke Politik am Ende einen besseren Ausweg aus der Krise darstellt als das, was unsere Gegner anzubieten haben.
Das BSW betont immer wieder, dass die wachsende Unterstützung für die AfD Symptom eines tieferen gesellschaftlichen Unbehagens ist, das man nicht mit Verboten und Repression bändigen kann. Bei Islamismus – der ebenso Ausdruck einer tieferen Verzweifelung ist und seine Anziehungskraft vor allem unter marginalisierten Milieus entfaltet – ist man aber dann doch auf Linie. Eine sozialistische Linke sollte weder zu Rechtsextremismus noch zu Islamismus schweigen, aber muss ebenso erkennen, dass sie nur mit einer universalistischen Politik bekämpft und besiegt werden können.