Wie Argentiniens Opposition mundtot gemacht wird
Islamismus und Rechtsextremismus sind kein Gegensatz
@Xenophanes Als Marxist kann ich deine Trennung zwischen "Unternehmer" und "Anleger" nicht so ganz nachvollziehen. Beide beuten Lohnabhängige aus, indem sie sich die Arbeit anderer aneignen. Der Unterschied besteht nur darin, dass der eine sich die Mehrarbeit als Mehrwert als Unternehmergewinn einstreichen, der andere als Zins oder Dividende. Es ist ja keine moralische Frage, wie man zu Unternehmern oder Anlegern steht. Linke lehnen Unternehmer wie Anleger als Charaktermasken ab und nicht als Individuen, weil sie als mit "Willen und Bewusstsein begabtes Kapital", als "Charaktermasken" des Kapitals fungieren. Marx schrieb das im Vorwort zum Kapital auch selbst so. Die Kapitalist*innen sind "die Personifikation ökonomischer Kategorien [.] Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen", und er sagt dazu "Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt […] den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, so sehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag." (MEW 23, S. 16)
Privat können das trotzdem super Menschen sein, die versuchen im Rahmen der falschen Verhältnisse richtig zu handeln oder eben auch richtige Schweine. Das bleibt individuell zu beurteilen. Erst da greift sinnvollerweise ein moralisches Urteil, nicht schon bei der Funktion im Kapitalismus.
@Xenophanes damn, es braucht hier ne Korrekturfunktion. Meinte natürlich Mehrwert und Mehrarbeit ertc.pp.
@Xenophanes Als Marxist kann ich deine Trennung zwischen "Unternehmer" und "Anleger" nicht so ganz nachvollziehen. Beide beuten Lohnabhängige aus, indem sie sich die Arbeit anderer aneignen. Der Unterschied besteht nur darin, dass der eine sich die Mehrarbeit als Mehrwert als Unternehmergewinn einstreichen, der andere als Zins oder Dividende. Es ist ja keine moralische Frage, wie man zu Unternehmern oder Anlegern steht. Linke lehnen Unternehmer wie Anleger als Charaktermasken ab und nicht als Individuen, weil sie als mit "Willen und Bewusstsein begabtes Kapital", als "Charaktermasken" des Kapitals fungieren. Marx schrieb das im Vorwort zum Kapital auch selbst so. Die Kapitalist*innen sind "die Personifikation ökonomischer Kategorien [.] Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen", und er sagt dazu "Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt […] den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, so sehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag." (MEW 23, S. 16)
Privat können das trotzdem super Menschen sein, die versuchen im Rahmen der falschen Verhältnisse richtig zu handeln oder eben auch richtige Schweine. Das bleibt individuell zu beurteilen. Erst da greift sinnvollerweise ein moralisches Urteil, nicht schon bei der Funktion im Kapitalismus.
Super interessantes Format!
@ant @magdalenaberger_18 dankeschön! ich fand auch, dass es extrem ergiebig war. also es werden sehr viele informationen in sehr kurzer zeit transportiert.
Ein Gesetz macht noch keinen Frieden
Hier wurde nicht nur latenter und offener Rassismus in der Gesellschaft durch eine völlig übertriebene Berichterstattung befeuert. Er wurde als Vertreter der „Wokeness“ identifiziert UND war schwarz. Daran konnten sich also nicht nur Hardcore-Rassisten, sondern auch Dieter-Nuhr-schauende, vermeintliche Vernunftbürger abarbeiten.
Besonders den Aufmerksamkeitsvergleich mit ähnlichen Fällen und die krasse Diskrepanz dazwischen beschreibt der Artikel von Ash Sarkar sehr gut.
Es wundert mich gar nicht, dass die konservative und rechte Presse inzwischen mehr Negatives über Wokeness schreibt als die liberale Presse Positives. Zum Beispiel hatte „FAZ.net“ (und nicht „Zeit Online“) vor ein paar Tagen einen Artikel über Blackfacing in der Provinz - und zwar als Hauptmeldung. Man hat ohne größeren Anlass eine Reporterin geschickt, nur um herauszufinden, wie es um den ersehnten Skandal steht, den man selbst herbeischreiben will. Der Artikel selbst will das Ganze differenziert betrachten, jedoch kann man zwischen den Zeilen lesen, wie enttäuscht die Autorin ist, dass der große Skandal ausbleibt.
Bei aller berechtigten Kritik an Phänomenen wie der „Corporate Wokeness“ – der Zeitgeist hat sich gedreht und Firmen rücken schneller wieder davon ab, als Boris Palmer das N-Wort aussprechen kann – treibt die Hetze gegen Wokeness inzwischen auch auf der linken Seite Blüten, die ich nicht mehr nachvollziehen kann.
Ich denke, das Thema wird eine Gratwanderung für die Linken: Rassismus und Ausgrenzung bekämpfen und gleichzeitig aufzeigen, wie die Rechte Kulturkämpfe ausnutzt, um zu punkten, und wie Verfehlungen aufgeplustert werden, wenn es die „Richtigen“ trifft.
Das macht aber leider Jason Arday nicht wieder lebendig...
@AndroiDreams ja, ich habe darüber in letzter zeit auch vermehrt nachgedacht. also ich frage mich, ob diese vehemente ablehnung (die es ja aus guten gründen gibt) langfristig dazu führt, dass auch die kleinen errungenschaften davon einfach verpuffen. dafür gibts ja schon viele indizien, männerbündelei in der linken ist ja zb auch wieder etwas, wo es heute niemanden mehr so richtig juckt und es vor ein paar jahren schon ein zumindest kleines level an sanktion dafür gegeben hat. das ist natürlich nicht das gleiche wie solche rassistischen hetzkampagnen, aber die empathielosigkeit, mit der sie selbst auf den fall geschaut hat, die ash in dem text beschreibt, hat auch in mir einen solchen reflexionprozess ausgelöst.
Amazon läuft Sturm gegen New Yorks Gesetz für bessere Arbeitsbedingungen
Ist das Faschismus oder (noch) nicht?
Super interessantes Format!
der fall von jason arday hört seit tagen nicht auf mich zu beschäftigen. erstens weil die leute auch nach seinem tod noch so wahnsinnig niederträchtig über ihn reden. und dann auch noch weil Linke sich über den Fall lustig gemacht hatten, obwohl es offensichtlich eine rassistische Hetzkampagne gab. ich frage mich oft, ob das so eine konsequenz der aktuellen anti-wokeness-ära ist? weil ja, natürlich machen wir alle klassenpolitik, gleichzeitig darf das aber nicht dazu führen, dass linksliberale forscher, die rassistischen hetzkampagnen auch bei linken nur noch augenrollen auslösen, bis es dann zu spät ist. finde das beschreibt auch ash sarkar in dem text sehr, was die dynamik mit einem selbst macht: gut: novaramedia.com/2026/08/17/r...
Hier wurde nicht nur latenter und offener Rassismus in der Gesellschaft durch eine völlig übertriebene Berichterstattung befeuert. Er wurde als Vertreter der „Wokeness“ identifiziert UND war schwarz. Daran konnten sich also nicht nur Hardcore-Rassisten, sondern auch Dieter-Nuhr-schauende, vermeintliche Vernunftbürger abarbeiten.
Besonders den Aufmerksamkeitsvergleich mit ähnlichen Fällen und die krasse Diskrepanz dazwischen beschreibt der Artikel von Ash Sarkar sehr gut.
Es wundert mich gar nicht, dass die konservative und rechte Presse inzwischen mehr Negatives über Wokeness schreibt als die liberale Presse Positives. Zum Beispiel hatte „FAZ.net“ (und nicht „Zeit Online“) vor ein paar Tagen einen Artikel über Blackfacing in der Provinz - und zwar als Hauptmeldung. Man hat ohne größeren Anlass eine Reporterin geschickt, nur um herauszufinden, wie es um den ersehnten Skandal steht, den man selbst herbeischreiben will. Der Artikel selbst will das Ganze differenziert betrachten, jedoch kann man zwischen den Zeilen lesen, wie enttäuscht die Autorin ist, dass der große Skandal ausbleibt.
Bei aller berechtigten Kritik an Phänomenen wie der „Corporate Wokeness“ – der Zeitgeist hat sich gedreht und Firmen rücken schneller wieder davon ab, als Boris Palmer das N-Wort aussprechen kann – treibt die Hetze gegen Wokeness inzwischen auch auf der linken Seite Blüten, die ich nicht mehr nachvollziehen kann.
Ich denke, das Thema wird eine Gratwanderung für die Linken: Rassismus und Ausgrenzung bekämpfen und gleichzeitig aufzeigen, wie die Rechte Kulturkämpfe ausnutzt, um zu punkten, und wie Verfehlungen aufgeplustert werden, wenn es die „Richtigen“ trifft.
Das macht aber leider Jason Arday nicht wieder lebendig...
@fabiannehring - sehr guter Artikel! Bei den Städten und Gemeinden verhält es sich genauso wie in der Bevölkerung: Hast Du wenig - analog zu schwacher Arbeitsmarkt, arme Bevölkerung - musst du überproportional viel für das Leben - analog zu Sozialleistungen ausgeben. Das öffnet die Schere immer weiter.
@Ingoknito Danke dir. Es stimmt, je ärmer eine Kommune bisher war, umso schwieriger wird der Umgang mit den o.g. Herausforderungen .
der fall von jason arday hört seit tagen nicht auf mich zu beschäftigen. erstens weil die leute auch nach seinem tod noch so wahnsinnig niederträchtig über ihn reden. und dann auch noch weil Linke sich über den Fall lustig gemacht hatten, obwohl es offensichtlich eine rassistische Hetzkampagne gab. ich frage mich oft, ob das so eine konsequenz der aktuellen anti-wokeness-ära ist? weil ja, natürlich machen wir alle klassenpolitik, gleichzeitig darf das aber nicht dazu führen, dass linksliberale forscher, die rassistischen hetzkampagnen auch bei linken nur noch augenrollen auslösen, bis es dann zu spät ist. finde das beschreibt auch ash sarkar in dem text sehr, was die dynamik mit einem selbst macht: gut: novaramedia.com/2026/08/17/r...
»Taktisch Wählen« ist keine wirksame Politik gegen die AfD
Putins autoritärer Neoliberalismus stößt an seine Grenzen
Die Schlacht um Algier inspiriert seit 60 Jahren zum Widerstand
Die Bundesregierung treibt die Kommunen noch tiefer in die Misere
@magdalena aus kränkung weswegen?
@baftasarbo kränkung weil sie die linke nicht in ihre richtung ziehen konnte und ihr eigenes projekt aber auch nicht funktioniert hat. glaube diese erfahrung macht bitter und dann ist man offener für sowas
Die AfD kann in Sachsen-Anhalt noch gestoppt werden
@adyzymberi @magdalena Ministerpräsidentinnenamt ist es jedenfalls nicht
@baftasarbo @magdalena die haben doch in brandenburg mit der SPD irgendein veto ding ausgehandelt im bundesrat. irgendwas mit verteidigung aber ich weiß nicht mehr genau just spreading misinformation
@magdalena @baftasarbo ich denke lowkey, das ist verhandlungstaktik und bsw will irgendwas großes dafür
@adyzymberi @magdalena Ministerpräsidentinnenamt ist es jedenfalls nicht